Im Rahmen des Schulsanierungsprogramms SUSA II wird die Stadt Wien in den nächsten Jahren rund 40 bereits bestehende Bildungseinrichtungen – Volksschulen und Mittelschulen wie auch Kindergärten – einer Erweiterung bzw. einer Generalsanierung oder auch Teilsanierung unterziehen. Die Sanierung und Erweiterung einer Bildungseinrichtung ist ein komplexes Bauvorhaben und umfasst bis zum Betrieb seitens der Bauherr*innen eine umfangreiche Vorlaufzeit mit unterschiedlichen Projektphasen von der Bedarfsplanung und Konzeption über die Planungsphase bis hin zur Realisierung und Inbetriebnahme. Ziel des „Leitfadens zur Einbindung von Nutzer*innen bei der Sanierung und Erweiterung von Bildungseinrichtungen“ war es, gemeinsam mit Vertreter*innen der auftraggebenden Stellen der Stadt Wien – der MA 56 Wiener Schulen und der MA 10 Wiener Kindergärten – diesen umfassenden Gesamtprozess darauf hin zu beleuchten, wann und wo Nutzer*innen (Pädagog*innen, Leitungen, Kinder und Jugendliche, weiteres Schul- und Kindergartenpersonal, Elternvertreter*innen), so einbezogen werden können, dass ihre Expertise produktiv zum Tragen kommt und im Bauvorhaben dementsprechend umgesetzt werden kann.

Durch den Umstieg von halbtägiger auf ganztägige Betreuung sowie durch neue Formen des Lehrens und Lernens ändern sich die Ansprüche an einen Bildungsbau. Vor diesem Hintergrund bedeutet eine umfassende Sanierung von Bildungseinrichtungen, dass diese nicht nur einer rein baulichen Sanierung unterzogen werden, sondern dass sich zu diesem Zeitpunkt auch die Möglichkeit bietet, gemeinsam mit den Nutzer*innen der Frage, wie in Zukunft gelehrt und gelernt werden soll, nachzugehen und dementsprechende räumliche und pädagogische Konzepte zu erarbeiten. Ziel des Leitfadens war es daher auch herauszuarbeiten, wie Partizipation und räumlich-pädagogische Innovation inspirierend ineinandergreifen können, so dass die sanierten Bildungseinrichtungen auch in pädagogischer Hinsicht zukunftsweisend sind.

Der Leitfaden richtet sich an Magistratsdienststellen der Stadt Wien, die mit der Sanierung und Erweiterung von Bildungseinrichtungen befasst sind. Es sind dies vorrangig die MA 10 Wiener Kindergärten und die MA 56 Wiener Schulen sowie in der Folge weitere Magistratsdienststellen, die mit dem Bildungsbau befasst sind wie die MA 34 Bau- und Gebäudemanagement und die MA 19 Architektur und Stadtgestaltung oder die WIP – Wiener Infrastruktur GmbH, die im Auftrag der Stadt das Projektmanagement und die Projektleitung für die Realisierung von Erweiterungs- wie auch Sanierungsprojekten im Wiener Bildungsbau inne hat.

Der Leitfaden vermittelt den Leser*innen Grundlagen und Grundprinzipien für die Einbindung von Nutzer*innen – Leiter*innen, Pädagog*innen, Kinder und Jugendliche, Elternvertreter*innen sowie weiteres Personal der Bildungseinrichtung – und zeigt dabei Wege für einen pädagogisch innovativen Bildungsbau bzw. neue Formen des Lehrens und Lernens auf. Weiters führt der Leitfaden Schritt für Schritt und umsetzungsorientiert durch die Abwicklung eines Partiztipationsprozesses aus Sicht der Verwaltung und regt mögliche Strategien zur Implementierung des Leitfadens und seiner nachhaltigen Etablierung an.

Rahmen: 2020/2021

Auftraggeber_in: MA 56 – Wiener Schulen

Aufgabenbereich: Erstellung des Leitfadens in Kooperation mit einem Bearbeitungsteam bestehend aus Vertreter*innen der MA 56 – Wiener Schulen, der MA 10 – Wiener Kindergärten, Bereichsleitung Bildungsinfrastruktur sowie Geschäftsgruppe Bildung, Integration, Jugend und Personal.