Die letzten größeren Studien zum Thema Spielen in Wien – wie etwa „Orte des Spiels“ von Cordula Loidl-Reisch aus dem Jahr 1992 oder „Jede Ecke will ich gehen“ aus dem Jahr 1996 (Balkanli, Doleschel, Gruber; Hrsg: KJSÖ) – sind lange her. In der Kinderwelt hat sich in den letzten Jahren vieles verändert – einerseits in den öffentlichen Räumen, andererseits durch die Nutzung von digitalen Medien. Um Maßnahmen für das Kinderspiel in der Stadt möglichst punktgenau ausrichten zu können, betrachtet die Studie „Spielen in Wien“ aktuell die Spiel- und Bewegungssituation von Kindern heute genauer. Hintergrund dafür ist auch das zwischen 2015 und 2017 erstellte und beschlossene Fachkonzept öffentlicher Raum (Teil des STEP2025). Darin findet sich als eine von 32 Maßnahmen die Maßnahme Nr. 13 „Spielangebote im öffentlichen Raum verbessern“, die unter anderem Folgendes festlegt: „Um innerstädtisch die für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wesentliche Bewegung zu fördern, müssen auch im öffentlichen Raum Angebote gesetzt werden, die zur spielerischen Bewegung, auch beiläufig, wegbegleitend, motivieren. (…) Ziel ist es, in den nächsten Jahren 400 zusätzliche Spielangeboten auf den Straßen und Plätzen Wiens umzusetzen.“ Die Maßnahme Nr. 25 „Kooperation Planung und soziale Arbeit verstärken“ bestätigt die Bedeutung der Sozialen Arbeit wie der mobilen Jugendarbeit und der FAIR-PLAY-TEAMs für das Funktionieren der öffentlichen Räume.

Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen die aktuellen Aktionsräume und die Formen des Spiels von 4- bis 10-Jährigen. Im Projekt wird – in enger Kooperation mit den Fair-Play-Teams, die einen geübten Blick für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum haben – erforscht und dokumentiert, wo und wie Kinder dieses Alters aktuell in öffentlichen und halböffentlichen Räumen in Wien spielen bzw. was sie im öffentlichen Raum tun. Der Fokus liegt dabei auf jenen Räumen, die nicht dezidiert als Spielplätze ausgewiesen sind – also Wiens Straßen, Plätze und Nischen.

Rahmen: Juni – Herbst 2019

Auftraggeber_in: Magistratsabteilung 13 – Bildung und außerschulische Jugendbetreuung

Aufgabenbereich: Methodische und sozialwissenschaftliche Expertise zum Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum

Partner_innen: PlanSinn (www.plansinn.at), Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit der FH Campus Wien – Christoph Stoik