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FFG-Sondierungsprojekt „Verdichten ohne Versiegeln“ (2026/2027)

Vor dem Hintergrund des von der EU angestrebten Netto-Null-Flächenverbrauchs bis 2050 und wachsender ökologischer sowie gesellschaftlicher Anforderungen steht die Stadtentwicklung vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel: Die Nachverdichtung bestehender Siedlungsräume wird zur Schlüsselstrategie einer klimagerechten Stadt. Besonders Einfamilienhaussiedlungen in Stadtrandlagen, die sich durch geringe Ausnutzungsdichte und hohen Flächenverbrauch bei gleichzeitig guter infrastruktureller Anbindung auszeichnen, bieten hier ein bisher kaum genutztes Potenzial.

Das Forschungsprojekt „Verdichten ohne Versiegeln“ setzt genau hier an: Es prüft eine innovative, skalierbare Vorgehensweise zur signifikanten Nachverdichtung von Einfamilienhausquartieren – ohne zusätzliche Flächenversiegelung und unter maximal möglichen Erhalt des Gebäude- und Grünraumbestands. Während konventionelle Ansätze entweder auf vollständigen Abriss und Neubau mit hoher CO-Belastung oder auf geringfügige An- und Umbauten mit begrenztem Dichtegewinn setzen, verfolgt das Projekt einen integrierten Ansatz – durch gezielte vertikale Erweiterung auf dem bestehenden Gebäude-Fußabdruck, bei dem auch der oft lang gewachsene Grünbestand erhalten bleibt. Der vorhandene Gebäudebestand wird – soweit statisch und wirtschaftlich tragfähig – maximal erhalten und im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet, um graue Energie einzusparen.

Das Sondierungsprojekt prüft die Umsetzbarkeit der Verfahrensinnovation, die Bewertung erfolgt interdisziplinär und berücksichtigt soziale, ökologische, ökonomische, rechtliche sowie baukulturelle Rahmenbedingungen. Damit wird eine fundierte Entscheidungsgrundlage für ein nachfolgendes Demonstrationsprojekt geschaffen, das einen substantiellen Beitrag zu einer flächeneffizienten, ressourcenschonenden und klimaresilienten Stadtentwicklung leisten kann.

Rahmen: 2026/2027

Auftraggeber*in: FFG-Projekt, Umsetzungsteam: Lead – Institut für Entwerfen im Bestand und Denkmalpflege EnBeDe der Technischen Universität Graz, Institut für Tragwerksentwurf der TU Graz, Büro Sonja Gruber

Aufgabenbereich: Konzeption, Durchführung und Moderation von partizipativen Modulen im Projekt sowie Einsatz von sozialwissenschaftlichen Erhebungsmethoden im Zuge des Prozesses